Autogipfel: Milliardenförderung für elektrische Antriebe

Elektrischer Antrieb im Brennpunkt der Förderung

„Wir wollen den Weg aus der Wirtschaftskrise verbinden mit dem Weg aus der Klimakrise“, mit diesen Worten gab Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Marschrichtung des Autogipfels vor, in dessen Zentrum die Förderung elektrischer Antriebe stand. Diesen Weg, so wurde auf dem Gipfel beschlossen, lässt sich die Bundesregierung weitere drei Milliarden Euro kosten, welche sich auf verschiedene Förderungsmaßnahmen aufteilen.

 

Förderung von Elektroautos

Die in dieser Höhe ursprünglich nur bis Ende nächsten Jahres geplante Innovationsprämie, ist eine der wichtigsten Säulen, um CO2 im Straßenverkehr einzusparen. Im Zuge des Autogipfels wurde sie deshalb vorzeitig um vier Jahre verlängert.
Lediglich bei Hybriden, deren Einsparpotential nicht nur von der Kapazität ihrer Batterie, sondern auch vom Nutzungsprofil ihres Fahrers abhängig ist, gibt es Einschränkungen bei der Förderung. So werden diese beispielsweise ab 2022 nur noch gefördert, wenn ihre rein elektrische Reichweite wenigstens 60 Kilometer beträgt. Im letzten Jahr der Förderung, also 2025, sind dann sogar 80 Kilometer rein elektrische Reichweite notwendig, um in den Genuss einer Förderung zu kommen.

Förderung von neuen LKWs

Für LKWs wurde eine Abwrackprämie beschlossen. Diese soll dafür sorgen, dass Logistikunternehmen ihre alten CO2-Rösser gegen klimafreundliche Alternativen mit Elektro-, Wasserstoff- oder modernen Dieselantrieb eintauschen. Die Hälfte der dafür vorgesehenen Mittel soll dabei zurück in die öffentliche Hand fließen, indem davon Feuerwehrfahrzeuge und ähnliche Verkehrsmittel beschafft werden. Umweltschützer kritisieren, dass mit der ausdrücklichen Förderung von modernen Dieselfahrzeugen die für eine umweltfreundliche Verkehrswende nötigen CO2-Einsparungen zu gering ausfallen.

Förderung von Ladeinfrastruktur

Über diesen Punkt war im Vorfeld bereits viel diskutiert worden. Nun wurde ein Beschluss gefasst, welcher auf einer Kombination aus Freiwilligkeit und Förderung beruht. Ziel ist es, elektrische Antriebe durch den Aufbau einer Infrastruktur nachhaltig zu fördern.
Das erklärte Ziel ist es dabei, bis Ende des Jahres 2022 mindestens 25% der Tankstellen in Deutschland mit Schnellladevorrichtungen (gemeint sind damit Ladesäulen mit einer Ladeleistung von über 150 kW) ausgerüstet zu haben. In den darauf folgenden vier Jahren soll dieser Anteil dann auf 75 Prozent ansteigen. In diesem Zusammenhang wurde sich auf dem Autogipfel auch darauf geeinigt, dass die Bundesregierung sich um ein einheitliches Bezahlsystem bei Ladesäulen bemühen wolle, was im Übrigen „zeitnah beschlossen werden“ soll.

Zukunftsfond Automobilindustrie

Ein letzter Punkt des Gipfels und der ebenfalls mit einer Milliarde Euro zu Buche schlägt, ist ein Zukunftsfonds, dessen Ziel eine „strategische strukturpolitische Orientierung“ ist und bei dem auch die Länder dazu aufgerufen sind, mitzumachen.

Der VW Konzern äußerte sich zufrieden mit den beschlossenen Maßnahmen, die nicht nur „ein starkes Signal für die Kundinnen und Kunden und auch für die Umwelt“ seien, sondern auch den „politischen Gestaltungswillen der Regierung“ im Hinblick auf eine Förderung elektrischer Antriebe zeigten.

Quelle Beitragsbild: Gilly – Unsplash

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