Boom von öffentlich zugänglichen Ladesäulen

Gibt es genug Ladepunkte in Deutschland?

Die Diskussion, ob eine flächendeckende Versorgung von E-Autos mit öffentlich zugänglichen Ladesäulen möglich ist, erinnert immer ein wenig an die kritischen Stimmen, die auch am Durchbruch des Automobils zweifelten – schließlich, so die Begründung der Kritiker, gibt es keine flächendeckende Versorgung mit Benzin.
132 Jahre nach Betha Benz‘ berühmter Fahrt von Mannheim nach Pforzheim stehen wir vor einem ähnlichen Problem und auch heute gibt es sie wieder: Die Kritiker, die eine bahnbrechende Erfindung wegen der fehlenden Ladeinfrastruktur zum Scheitern verurteilen. Ein Blick auf den Ausbau der Ladesäulen offenbart aber nicht nur, dass der Umbruch bereits in vollem Gange ist, sondern auch verblüffende Ähnlichkeiten zu damals.
Während Bertha Benz für ihre erste Langstreckenfahrt noch bei einer Apotheke Halt machen musste, eröffnete 1923 die erste Tankstelle in Hamburg. Zwei Jahre später gab es bereits 1000 Tankstellen in Deutschland und in den nächsten Jahren sollten noch viele weitere tausend folgen.

Starkes Wachstum öffentlich zugänglicher Zapfsäulen

Vergleicht man diese Wachstumsraten mit eben jenen von Elektrozapfsäulen, werden die Parallelen schnell deutlich. Die Anzahl an öffentlich zugänglichen Ladesäulen mit 50kW Leistung hat sich innerhalb eines Jahres beinahe verdoppelt, 3.370 davon sind mittlerweile beim BDEW registriert, die Zahl der Schnellladesäulen mit einer Ladeleistung von mindestens 150kW hat sich im Jahr 2020 sogar verfünffacht. Das zeigt nicht nur einen deutlichen Trend zum Schnellladen, sondern auch, wie schnell die aktuelle Entwicklung derzeit voranschreitet. In Summe gibt es in ganz Deutschland laut BDEW mittlerweile über 33.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte.

Öffentliche Ladesäulen sind auch auf für ländliche Regionen wichtig

Ein detaillierter Blick auf die Verteilung der öffentlich zugänglichen Ladesäulen zeigt ferner, dass diese vor allem in Boom-Regionen wie Pilze aus dem Boden sprießen. Das überrascht kaum, ist der typische E-Auto-Fahrer vor allem im urbanen Gebiet anzutreffen. Nicht minder wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch der Ausbau der „Ladestellen auf den Land“. Zwar ist die Auslastung der Ladesäulen in der Stadt derzeit freilich höher, kleinere Gemeinden, die nicht selten auch vom Tourismus abhängig sind, sollten aber trotzdem in die ein oder andere öffentliche Ladesäule investieren. Der Grund: Wer mit seinem E-Auto einen Ausflug macht, der sucht sich Ziele, die in seinem Radius liegen und an denen er sein Auto auch wieder volltanken kann.

Quelle Beitragsbild: CardMapr – Unsplash

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