Die Elektrifizierung der Nutzfahrzeugbranche

Der Anteil der Nutzfahrzeuge

Der Nutzfahrzeuggipfel ist diesen Mittwoch zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt stand diesmal das von der Politik vorgegebene Ziel, auch in der Nutzfahrzeugbranche Anreize zu setzen, die zu einem erreichen des Bundes-Klimaschutzgesetz beitragen. Grund hierfür ist nicht zuletzt, dass über ein Drittel aller CO2-Emissionen des Straßenverkehrs auf Nutzfahrzeuge entfallen und es für das Erreichen des propagierten Ziel, bis 2030 42% weniger CO2 im Straßenverkehr zu emittieren (Referenzjahr: 1990), folglich unabdingbar ist, dass die Nutzfahrzeugbranche ebenso wie die Logistikunternehmen an dieser Stelle mit ins Boot geholt werden.

 

Vorbild Elektro-Busse

Um einen möglichst CO2-freien Straßengüterverkehr zu gewährleisten, soll nun ein ähnliches Konzept der Förderung angewendet werden, wie es bei den Elektro-Bussen mit dem „Sofortprogramm Saubere Luft“ bereits erfolgreich umgesetzt wurde.
Verglichen mit dem aktuell noch billigeren Diesel sollen 80% der Mehrkosten von innovativen Antriebskonzepten vom Bund übernommen werden. Mit diesen Antriebskonzepten gemeint sind neben batterie-elektrisch betriebenen Lkw auch solche, welche auf die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie setzen. Ebenso vom Förderprogramm inkludiert sind Gas- und Oberleitungs-Lkw. 1,16 Milliarden stehen hierfür bis Ende 2023 bereit, gefördert werden die Fahrzeugklassen N1, N2 und N3.

Im Zuge dieses Förderprogramms ist ferner auch eine monetäre Unterstützung im Hinblick auf den Ausbau der notwendigen Tank- und Ladeinfrastruktur der verschiedenen Antriebsarten vorgesehen.
Dadurch, so die Einschätzung des Ministeriums, solle „die praktische Einsetzbarkeit in realen logistischen Prozessen erprobt, ausstehende Entwicklungsschritte gegangen, Standards gesetzt und konkrete Pläne für einen flächendeckenden Aufbau der erforderlichen Infrastruktur erarbeitet“ werden.

Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse sollen entscheidend zum Erfolg der gegen Ende des Jahres 2023 anlaufenden „Roll-out-Phase“ beitragen, bei der es zu einem gleichermaßen koordinierten wie kontrollierten Aufbau derjenigen Infrastruktur kommt, die sich als notwendig und damit förderungsberechtigt herausstellt. Ferner ist aktuell vom Ministerium auch eine Ermäßigung der Infrastrukturgebühr in Höhe von bis zu 75% gegenüber den „emissionsstärksten Fahrzeuge“ ab diesem Zeitpunkt vorgesehen, was ein weiterer ökonomischer Vorteil für alternativ angetriebene LKW wäre.

Verbindliche Perspektive fehlt

Von den Branchenverbänden erntete das Bundesverkehrsministerium viel Zustimmung für sein Vorhaben. Zwar sei der richtige Kurs nun eingeschlagen, so der Tenor, wichtige Fragen auf den Weg dorthin bleiben aber weiterhin offen, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich das Ministerium von Andreas Scheuer nach wie vor nicht von seinem Konzept der „Technologie-Offenheit“ trennen will, welches vorsieht, dass keines der infrage kommenden alternativen Antriebskonzepte von Förderungsmaßnahmen ausgeschlossen wird.

Der Präsident des Bundesverbands Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL), Jochen Quick, ist der Ansicht, dass dies zum Hemmschuh werden könne, „wenn es um die Frage geht, auf welche Antriebskonzepte sich unsere Mitgliedunternehmen aus Produktion und Handel mit Blick auf ihre Transporte jetzt und in Zukunft konzentrieren sollen.“ Geld allein ist dabei der falsche Weg, die Kaufentscheidungen müssten, wie bei den PKW, stärker kanalisiert werden.

Quelle Beitragsbild: Nigel Tadyanehondo – Unsplash

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