Elektroautos – ein (zu) teurer Luxus?

   Veröffentlicht: 19.08.2021, Stefan Schmid                                                                                                                

Studie bescheinigt E-Auto-Förderung Ungerechtigkeit

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der deutschen Bank kommt zu dem Schluss, dass jedes neu zugelassene Elektroauto den Fiskus mit 20.000 Euro belastet. Die darauf folgende Kritik bezieht sich jedoch nicht nur auf die Höhe der Förderung, sondern ebenso auf die Verteilung derselben. Schließlich kommen vor allem Besserverdiener in den Genuss des staatlichen Zuschusses.

Die Kritik im Detail

Ein neu zugelassenes Elektroauto wird vom Staat durchschnittlich mit 20.000 Euro bezuschusst, so das Ergebnis der Deutsche-Bank-Studie. Die Summe ergibt sich aus der aktuellen Förderprämie in Höhe von 9.000 Euro und den Einnahmeausfällen, die durch die Sonderrechte der Stromer entstehen. So sind Elektroauto-Besitzer beispielsweise zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Das Problem sind jedoch nicht nur die hohen Kosten, sondern auch die Verteilung der Förderung. Es profitieren nämlich vor allem die Gutverdiener davon.

Während sich die Wohlhabenden also ihren Zweitwagen vom Staat teilfinanzieren lassen, muss die Allgemeinheit die Kosten tragen, so das Ergebnis der Studie. Der Vorwurf: die Mobilitätswende ist teuer und ungerecht. Ein Vorwurf, den das Wirtschaftsministerium so nicht stehen lassen will und deshalb Stellung zur Studie der Deutschen Bank bezogen hat.

Wirtschaftsministerium bezieht Stellung

Das Ministerium von Peter Altmaier kritisiert die Studie dahingehend, dass es ihr am Verständnis fürs große Ganze mangele. Ziel des umfassenden Förderprogramms ist nämlich nicht eine, wie es in der Suite kritisiert wurde, möglichst gerechte Verteilung der Fördersummen, sondern dass überhaupt Käufer für Elektroautos gefunden werden.

Dadurch sind weitere Forschungen in diesem Bereich für die Fahrzeughersteller und deren Zulieferer erst attraktiv – und davon wiederum ist der Wirtschaftsstandort Deutschland abhängig. Ohne derlei Investitionen drohe in den nächsten Jahren nicht nur der Verlust einer Schlüsselindustrie, sondern damit einhergehend auch der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. Das würde auch den Staatshaushalt hart treffen, schließlich muss ein etwaiger Wegfall an Arbeitsplätzen auf der anderen Seite durch mehr Sozialausgaben ausgeglichen werden.

Im Gegensatz zur Industrie-Förderung versickert das Geld allerdings im Falle der Sozialleistungen weitestgehend und generiert keine technologischen Vorteile. Die Folgen: sinkende Steuereinnahmen und ein Anstieg der Kosten für Sozialleistungen.

Förderung soll Industriestandort Deutschland sichern

Das Ministerium von Peter Altmaier betont deshalb, dass es sich hier weniger um eine schlichte Konsum-Förderungen handelt, sondern dass es vielmehr das Ziel ist, dem Technologiesektor durch die Nachfrage nach Elektroautos einen zeitlichen Vorteil zu verschaffen. Der wiederum ist für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland ausschlaggebend.

Ein weiterer Faktor, der bei den Bemühungen der Bundesregierung und den damit verbundenen Förderungen nicht vergessen werden darf, ist das Erreichen der Klimaschutzziele. Auch die lassen sich nur mit deutlich mehr Elektroautos auf den Straßen realisieren. Die E-Auto-Förderung und die anderen kleinen Vorteile, die E-Auto-Käufern derzeit gerade zuteil werden, sind als eine Art Kollateralschaden des Gerechtigkeitsgedankens zu verstehen. Hier wird also keineswegs mit Geld um sich geworfen, indem man den Gutverdienern den Zweitwagen subventioniert, sondern es handelt sich bei bei der E-Auto-Förderung um ein nachhaltiges Investment in den Industriestandort Deutschland. 

Quelle Beitragsbild: Obi Onyeador – Unsplash

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Veröffentlicht: 18.08.2021, Stefan Schmid