Elektrobusse – die Zukunft des ÖPNV?

Städte ordern immer mehr Elektrobusse

Während Tram und Co. Schon immer elektrisch unterwegs waren, wurde bei Linienbussen bisher auf Dieselaggregate gesetzt. Bis jetzt, denn auch hier zeichnet sich mittlerweile ein deutlicher Trend, hin zum elektrischen Antrieb ab. So haben beispielsweise die Nürnberger Verkehrsbetriebe diese Woche 39 Elektrobusse bestellt, die Berliner ihre E-Bus-Flotte nochmals erweitert und in München und Hamburg ist es sowieso schon beschlossene Sache, dass bis 2030 alle Stadtbusse elektrisch unterwegs sein werden. Die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs ist also im vollen Gange und zugleich ein besonders spannendes Thema, denn gerade dort muss man sich die Frage stellen: Lohnt sich das?

Elektrobusse sind perfekt für den Stadtverkehr geeignet

Kurzum: Ja, der Einsatz von Elektrobussen lohnt sich. Er lohnt sich nicht nur für das Klima, sondern auch für den Geldbeutel des Betreibers. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Einer der größten Vorteile von Elektrobussen ist zweifelsohne, dass sie ideal für das Stop-and-Go im Stadtverkehr geeignet sind.
Verbrenner brauchen aufgrund ihres schlechteren Wirkungsgrades deutlich mehr Kraft, um die knapp 20 Tonnen eines vollbesetzten Linienbusses in Bewegung zu versetzen und haben zudem den Nachteil, dass die fossile Kraft direkt im Nirwana verpufft, sobald die Bremse betätigt wird. Apropos Bremse: Auch in dieser Disziplin sind die alten Dieselrössern ihren elektrischen Pendants unterlegen, denn Letztere können die Bremsenergie durch Rekuperation speichern und so beim nächsten Anfahren direkt wieder verwenden.

Die technische Seite von Elektrobussen

Moderne Elektrobusse können mittlerweile mit Reichweiten jenseits der 200km-Grenze aufwarten und sind, die entsprechende 150kW-Schnellladestation vorausgesetzt, innerhalb weniger Stunden aufgeladen. Ein Argument, das jedoch gegen Elektrobusse spricht, ist ihr hoher Anschaffungspreis. In diesem Gebiet sind sie den konventionell betriebenen Modellen noch haushoch unterlegen, im Schnitt sind sie etwa doppelt so teuer wie Busse mit Dieselantrieb.

Die hohen Anschaffungskosten amortisieren sich mit den Jahren jedoch. Das liegt zum einen daran, dass für ihren Betrieb der im Vergleich zum Diesel billigere Strom „getankt“ und beim Bremsen rekuperiert werden kann. Zum anderen ist die Nutzungsdauer der E-Busse länger und die Kosten für Wartung und Reparatur erheblich geringer.

Förderprogramme

Aktuell gibt es sogar ein weiteres Argument, den öffentlichen Personennahverkehr mit Stromern zu bestücken: Förderungen. Die Anschaffung  von Elektrobussen wird beispielsweise durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert, indem dieses ein Förderprogramm namens „Saubere Luft“ ins Leben gerufen hat. Die Stadt Darmstadt beispielsweise gibt in diesem Zusammenhang an, für die Anschaffung von 28 E-Bussen eine Förderung von 8,9 Millionen Euro zu erhalten, was unterm Strich einem Fördervolumen von über 300.000 Euro pro Bus entspricht.

Abseits dieser ganzen ökonomischen Faktoren muss man auch den Menschen im Hinterkopf behalten. Und auch hier ist die Bilanz der strombetriebenen Busse durchaus positiv, denn neben der Luftqualität in den Innenstädten steigt, Dank des leisen und stufenlosen E-Antriebs, auch der Fahrkomfort.

Quelle Beitragsbild: Chuttersnap – Unsplash

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