EU beschließt Verbrenner-Aus

                                                                                               Veröffentlicht: 18.07.2021, Stefan Schmid                                                                                                                

Produktion von Diesel- und Benzinfahrzeugen soll eingestellt werden

Dass es dazu kommen würde, hat sich bereits Wochen zuvor abgezeichnet. Ein Fahrzeughersteller nach dem anderen hat öffentlichkeitswirksam das Ende seiner Verbrenner-Produktion verkündet. Mit dem aktualisierten Klimapaket bezieht nun auch die Europäische Union Stellung. Verbrenner dürfen in Europa lediglich noch bis ins Jahr 2035 vom Band rollen – ab dann soll mit der Produktion von Benzin- und Dieselfahrzeugen Schluss sein.

Das Klimapaket im Detail

„Fit for 55“ heißt das nun verabschiedete Klimapaket der EU-Kommission, mit dem die Staaten Europas bis zum Jahr 2055 klimaneutral werden wollen. Allein im Bereich Elektromobilität sind es 12 Gesetzesinitiativen die zur erfolgreichen Umsetzung des „Green Deals“ beitragen sollen. Vier davon sind gänzlich neu, bei acht handelt es sich um Aktualisierungen bereits bestehender Gesetze.

Für die Automobilbranche besonders interessant, ist in diesem Zusammenhang das Vorhaben der Europäischen Union, die CO2-Emissionen neu zugelassener Fahrzeuge bis zum Jahr 2035 auf Null zu senken. Denn damit steht der Verbrenner-Antrieb faktisch vor dem Aus.

CO2-Obergrenze soll weiter gesenkt werden

Ein weiterer Punkt im Klimapaket betrifft den Handel mit CO2-Zertifikaten. Mit der nun vorgestellten Gesetzesinitiative soll sich dieser nämlich deutlich verschärfen. Im Zuge der Aktualisierung will die EU die Obergrenzen von CO2 weiter senken und die Sonderstellung energieintensiver Branchen in diesem Zusammenhang ein Stück weit aufbrechen. Davon profitieren vor allem jene Unternehmen, die sich frühzeitig um die Einsparung von CO2 bemüht haben und ferner in der Lage sind ihr „Zuviel“ an CO2-Emissionen gewinnbringend zu veräußern.

Über den geplanten Preis, der im Zuge der Gesetzesinitiative erhöht werden soll, gibt es noch keine Auskunft. Die Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen lies jedoch bereits durchblicken, dass der Preis hoch sein müsse, sodass „man sich für saubere und umweltfreundliche Lösungen entscheidet.“ Zusätzlich ist ein weiteres Emissionshandelssystem geplant, das sich mit Kraftstoffen für den Verkehr, aber auch für Gebäude auseinandersetzt. Hier wird vor allem der Mobilitätssektor ins Visier genommen.

Roadmap zur Mobilitätswende

Ein erster Meilenstein ist mit der Marke von einer Million Elektroautos bereits fast geschafft, die EU-Kommission plant in der Folge bis 2030 die Reduktion der CO2-Emissionen des Verkehrssektors um 55 Prozent, erst in den darauf folgenden fünf Jahren werden die Emissionen dann gänzlich auf null heruntergefahren werden. Die aktuelle Gesetzeslage spricht hier derzeit noch von 37,5 Prozent, auch hier haben wir es also mit verschärften Klimaschutzzielen zu tun. Knapp 43 Gramm dürfen Neuwagen im Schnitt dann noch an CO2-Emissionen in die Luft pusten.

Ob sich diese Meilensteine auf dem Weg zu einer emissionsfreien Mobilität umsetzen lassen, ist derweil umstritten. Timmermans, der Vizepräsident der europäischen Kommission, hat dem Handelsblatt in diesem Zusammenhang von seiner Skepsis berichtet: „Einige in der Autoindustrie behaupten, dass auch Autos mit Verbrennungsmotoren emissionsfrei sein können. Ich halte das für eine ziemliche Herausforderung, um es sehr milde auszudrücken.“

Quelle Beitragsbild: Alesandre Lallemand – Unsplash

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Veröffentlicht: 18.07.2021, Stefan Schmid