Ladeinfrastruktur vor Ort

Neues Förderprogramm in der Pipeline

Das BMVI plant eine weitere Förderungsmaßnahme, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos weiter voranzutreiben. Das geht aus einem Interview der „Welt“ mit Andreas Scheuer hervor. Darin beschreibt der Minister die Förderungspläne seines Ministeriums.

Es wird an vielen Stellschrauben gedreht

Mit dem WEMoG und dem GEIG haben die bisherigen Förderungen des Bundes vor allem auf die Förderung der Ladeinfrastruktur zu Hause abgezielt – und das völlig zurecht, schließlich werden Elektroautos vor allem dort und am Arbeitsplatz mit großem Abstand am meisten geladen.
So wurden die Hürden gesenkt, eine Wallbox in Mehrparteienhäusern zu installieren und bei größeren Neubauten beziehungsweise größeren Sanierungen müssen nun die nötigen Grundvorraussetzung für das Laden eines Elektroautos geschaffen werden.

Das Flaggschiff in Sachen Förderprogramme für E-Auto-Infrastruktur bildet jedoch zweifelsohne die für den privaten Sektor vorgesehene Wallbox-Förderung. Wer einige wenige Regularien einhält, bekommt eine pauschale Förderung von 900 Euro für die eigene Wallbox. Diese Förderung läuft so gut, dass sie nun zum dritten mal aufgestockt werden musste

Das Laden zwischendurch soll nun auch gefördert werden

Mit der nun von Andreas Scheuer in Aussicht gestellten Förderung der „Ladeinfrastruktur vor Ort“, widmet man sich im Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur nun auch dem bisher eher stiefmütterlich behandelten Zwischendurch-Laden. Gemeint ist damit eine Lademöglichkeit am Supermarkt, Sportplatz, oder aber im Stadtzentrum, die nur für kurze Zeit genutzt wird.

Die Idee, nach dem nächsten Großeinkauf auch noch mit ein paar Kilometern mehr Reichweite im Akku vom Parkplatz zu rollen, ist verlockend. Nicht zuletzt deshalb, weil Kleinvieh ja bekanntlich auch Mist, oder in diesem Fall einen geladenen Akku, macht.

Welche Art von Ladesäulen gefördert werden soll, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Schnellladesäulen wären in diesem Fall natürlich deutlich effektiver, da die kurze Ladezeit so am effektivsten genutzt werden könnte. Es erscheint allerdings fraglich, ob Supermärkte hier trotz Förderung bereit sind, in die deutlich teureren Schnelllader zu investieren.

Weil auch hier aller Voraussicht nach die Förderungen wieder nach dem Prinzip „Windhund“ verteilt werden (wer zuerst kommt, mahlt zuerst), befürchtet manch ein Branchenkenner, wie etwa Lars Walch von EnBW, dass es ein ähnliches Chaos wie beim Start der Wallbox-Förderungen geben könnte. Seine berechtigte Bitte an das Ministerium: höhere Serverkapazitäten.

Quelle Beitragsbild: Ed Harvey – Unsplash

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