Novellierung der Ladesäulenverordnung

Ladesäulenverordnung erfährt Änderung

Das Bundeskabinett hat eine Novellierung der Ladesäulenverordnung beschlossen. Mit der Gesetzesänderung soll vor allem das spontane Laden, abseits von Wohnort und Arbeitsplatz, vereinfacht werden. Weil mit der Gesetzesnovelle auch der Aufwand und damit die Kosten für die Ladesäulenbetreiber steigt, ruft die Gesetzesnovelle auch Kritiker auf den Plan.

 

Welche Änderungen in der Ladesäulenverordnung gibt es?

Ab dem 1. Juli 2023 müssen sämtliche neu errichtete Ladesäulen über ein Terminal zum bargeldlosen Bezahlen via EC- und Kreditkarte verfügen. Dabei ist der Ladesäulenbetreiber dazu verpflichtet, „die für den bargeldlosen Zahlungsvorgang erforderliche Authentifizierung“ zu ermöglichen und „einen kontaktlosen Zahlungsvorgang mindestens mittels eines gängigen Debit- und Kreditkartensystems durch Vorhalten einer Karte mit der Fähigkeit zur Nahfeldkommunikation“ anzubieten. Davon ausdrücklich ausgenommen, sind bereits bestehende Ladesäulen.

Mit dem Gesetzesnovelle will die Regierung dem aktuellen Bezahl-Wirrwarr entgegenwirken, denn ohne die passende App, geht so mancher E-Auto-Besitzer an der Ladesäule derzeit leer aus. Indem nun von Seiten des Gesetzgebers dafür gesorgt wird, dass solche Probleme in Zukunft nicht mehr entstehen, soll auch die Akzeptanz der Elektromobilität weiter steigen.

Kleinere Ladesäulen bekommen fest verbaute Ladekabel

Eine weitere Gesetzesänderung betrifft die kleineren Ladesäulen, deren Leistung die 22-Kilowatt-Grenze nicht übersteigt. Diese können in Zukunft nämlich mit einem fest verbauten Ladekabel ausgerüstet werden, was zuvor lediglich Gleichstromsäulen vorbehalten war.

Verpflichtende Schnittstellen sollen zusätzliche Informationen liefern

Zudem sollen die Fahrer von Elektroautos mit besseren Informationen versorgt werden, was den Belegungsstatus und die Betriebsbereitschaft der Ladesäulen anbelangt. Aus diesem Grund sollen ab dem 1. März 2022 dynamische Daten und Standortinformationen mithilfe einer verbindlichen Schnittstelle zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen Daten sollen Routen für Elektroautos besser geplant und so der Reisekomfort deutlich erhöht werden können.

Branchenverbände kritisieren die Novellierung der Ladesäulenverordnung

Branchenverbände und Ladesäulenbetreiber kritisieren die Änderungen allerdings. Sie befürchten, dass mit der gesetzlich verordneten technischen Aufrüstung auch die Anschaffungskosten eines Ladepunktes steigen.
Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kritisiert die Pläne der Bundesregierung. „Statt Hindernisse aus dem Weg zu räumen, wurde mit der Pflicht zum Einbau von Kartenlesegeräten ein zusätzlicher Bremsklotz geschaffen“, so Kerstin Andreae, die Geschäftsführerin des BDEW.

Bund beteiligt sich an den Kosten für Kartenterminals

Um den Kritikern ein Stück weit den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt, den Unternehmen bei der Anschaffung der Kartenterminals finanziell unter die Arme zu greifen. Trotz dieses Zugeständnisses ist Kerstin Andreae jedoch skeptisch, da die Kartenlesegeräte schließlich auch eich- und messrechtlich zertifiziert werden müssen, was nicht nur Geld, sondern auch Zeit kostet.

Ob dies bis Mitte 2023 umgesetzt werden kann, steht deshalb noch in den Sternen. Zumindest fallen die Kosten nicht für jede Ladesäule einzeln an, da ein Terminal für mehrere Ladesäulen genutzt werden kann.

Quelle Beitragsbild: Sophie Jonas – Unsplash

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