Preisparität Elektroauto: Wann werden Elektroautos billiger?

Kostentreiber E-Auto-Batterie

Die Batterie eines Elektroautos hat einen gravierenden Nachteil: Sie ist sündhaft teuer. Rund 10.000 Euro sind für den Stromspeicher eines Mittelklasse-Stromers fällig. Zu viel, um dem vergleichsweise günstigen Verbrenner im Autohaus Paroli zu bieten. Zulieferer und Fahrzeughersteller arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, die Produktionskosten des Fahrzeugakkus zu senken und so das Elektroauto billiger zu produzieren. Ziel ist es , dass ein Elektroauto genauso viel wie ein Verbrenner kostet – nur wann ist es so weit?

Produktionskosten einer E-Auto-Batterie

Die gute Nachricht zuerst: Ein Großteil des Weges ist bereits geschafft. Vor zehn Jahren noch lag der Preis pro Kilowattstunde Batteriekapazität noch bei rund 1200 Dollar – heute sind die Kosten bereits auf einen Bruchteil davon eingedampft und belaufen sich auf rund 132 Dollar. 

Wie wichtig der gesunkene Batteriepreis für die Massentauglichkeit von Elektroautos ist, wird deutlich, wenn man den Batteriepreis von vor zehn Jahren als Berechnungsgrundlage für eine heutige E-Auto-Batterie heranzieht. Für die Batterie eines ID.4 mit 77 kWh hätte man 2011 nämlich sagenhafte 92.400 Dollar berappen müssen, während mit dem heutigen Batteriepreis etwas mehr als 10.000 Dollar fällig sind. Auch das ist zwar noch eine Stange Geld, jedoch weit von der utopischen Summe auf Supersportwagen-Niveau entfernt. 

Darum werden die Akkus immer günstiger

  • Skalierungseffekte: Tesla hat es mit seinen Gigafactorys vorgemacht und viele Fahrzeughersteller ziehen bereits nach: Gigantische Fabriken in denen die E-Auto-Batterien produziert werden verringern die Kosten pro Batterieeinheit erheblich.
  • Neue Fertigungs-Technologien: Ein weiterer Grund für die gesunkenen Kosten ist die sogenannte Cell-to-Pack-Technologie. Gemeint ist damit, dass das Zusammenfassen der einzelnen Zellen zu Modulen wegfällt. Weil dieser Herstellungsschritt in der Vergangenheit besonders kostenintensiv war, ist das Einsparpotential entsprechend groß.
  • Günstigere Rohstoffe: Rohstoffe, die in der E-Auto-Batterie verbaut werden, beherbergen großes Einsparpotential. Den Batterieherstellern gelingt es zunehmend, teure Rohstoffe durch deutlich günstigere Komponenten zu ersetzen. 2021 ist es beispielsweise im großen Stil gelungen, leistungsfähige Kathoden nicht mehr aus Nickel, beziehungsweise Kobalt, sondern Lithium-Eisenphosphat herzustellen. Allein durch diesen Schritt konnten die Kosten pro Akkuzelle um beinahe 30 Prozent gesenkt werden. Vor allem die chinesischen Autobauer und Tesla profitierten von dieser Neuerung.

Steigende Rohstoffpreise verzögern den Abwärtstrend 

Innovationen und Rohstoffsubstitute können jedoch nicht über die Probleme der Batteriefertigung hinwegtäuschen. Wie in vielen anderen Branchen, herrscht auch in der Batteriefertigung Rohstoffknappheit – trotz Substitution. Allein im September 2021 sind die Preis für die eben erwähnten LFP-Zellen, also Akkuzellen, bei denen sowieso schon auf die knappen Ressourcen in Form von Kobalt und Nickel verzichtet wird, zwischen 10 und 20 Prozent gestiegen. 

Die Folge der Preisexplosion am Rohstoffmarkt dürfte kaum jemanden überraschen: Die seit Jahren stetig sinkenden Batteriepreise ziehen im vierten Quartal 2021 erstmals seit langem wieder an. Experten rechnen damit, dass sich die Preise für Akkuzellen um rund 10 Prozent erhöhen werden. Das hat auch Auswirkungen auf die angestrebte Kostenparität und ist ein Stolperstein auf dem Weg dahin, Elektroautos billiger zu machen.

Dabei dürfte die Nachricht von steigenden Preisen am Batteriemarkt auch auf Seiten der Politik einen faden Beigeschmack hinterlassen. Batterieelektrische Autos sind schließlich eine wichtige Säule, die zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen soll. Unter diesem Gesichtspunkt dürfte auch das von der Ampel-Regierung ausgelobte Ziel von 15 Millionen Stromern bis 2030 zunehmend unter Druck geraten.

 

Quelle Beitragsbild: Saketh Garuda – Unsplash

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Veröffentlicht: 05.01.2022, Stefan Schmid