Zulassungszahlen von E-Autos brechen ein

Ist der Elektroauto-Boom schon vorbei?

Knapp 40.000 Anträge für den Umweltbonus gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Januar ein. Das ist zwar noch immer der dritthöchste Wert des seit Juni 2016 laufenden Umweltbonus-Programms, im Vergleich zum Dezember des vorigen Jahres aber ein deutlicher Rückschritt. Zum Vergleich: Im Letzten Monat des Jahres 2020 wurden 58.365 Anträge für den Umweltbonus genehmigt.

Dass nun im Januar nicht nur die Zahl der Anträge, sondern auch die der Neuzulassungen von E-Autos (16.315 ) und Hybriden (45.449) dramatisch, genauer gesagt um 31,1 Prozent, eingebrochen ist, liegt aber nicht am schwindenden Interesse der Verbraucher, sondern hat einen anderen Hintergrund.

Hersteller mussten CO2-Grenzwerte einhalten

Die PKW-Hersteller wurden nämlich 2020 dazu verpflichtet, sich an einen gesetzlich festgelegten Flottengrenzwert zu halten. Für neu zugelassene Autos in 2020 hieß das: Der Spritverbrauch wird auf den CO2-Ausstoß pro Gramm hochgerechnet. Pro gefahrenem Kilometer sind 95 Gramm CO2 erlaubt, jedes Gramm mehr kostet bares Geld: 95 Euro werden auf Seiten des Herstellers fällig.

Weil die Automobilkonzerne die Strafzahlung natürlich mit allen Mitteln zu umgehen versuchten, haben sie sich gegen Ende des Jahres darauf konzentriert, vor allem Elektroautos und Hybride neu zuzulassen. Der Grund hierfür ist, dass die beiden Fahrzeugtypen die Statistik durch ihren niedrigen Verbrauch enorm drücken. Der Effekt verstärkt sich zusätzlich, denn E-Autos, sowie andere Fahrzeuge deren CO2-Ausstoß unter 50 Gramm pro gefahrenem Kilometer liegt, dürfen in dieser Rechnung mehrfach gezählt werden.

Das ist übrigens auch mit ein Grund für die vom Volkswagen-Konzern nun in Aussicht gestellte Preiserhöhung ihrer Modellpalette: Die Spritschlucker werden in ihrem Preis deutlich erhöht, während E-Fahrzeuge und Hybrid-Modelle davon weitestgehend verschont bleiben.

Abwärtstrend ist nicht von Dauer

Unterm Strich heißt das, dass, die Zulassungszahlen von Elektroautos und Hybriden für den Dezember aufgebauscht wurden und wir es nun mit einer Korrektur der Zahlen zu tun haben. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Januar traditionell ein schwacher Zulassungs-Monat ist. Im Januar 2021 kommt noch der Umstand hinzu, dass zum Jahreswechsel der Mehrwertsteuersatz wieder auf 19 Prozent angehoben wurde.

Es droht also mitnichten ein Ende des E-Auto-Booms, sondern es ist die Kombination verschiedener Gründe, die für den deutlichen Einbruch der Zulassungszahlen und Förderanträge verantwortlich ist. Die Chancen stehen also, mit Blick auf die langfristige Zulassungs-Statistik, gut, dass auch in Zukunft wieder die Zahl der Zulassungen von Elektroautos und Hybriden steigen wird.

Quelle Beitragsbild: Maxim Hopman – Unsplash

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